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Theater „Mosty“ (Erlangen)

Anicula nach D.Charms

Die Inszenierung ist eine Kooperation zwischen dem Russischen Theater Nürnberg, Theater Brücken (Erlangen) und dem russischen Regisseur Radik Golovkov (Bremen)

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…im Jahre 1939, in Leningrad, genauer gesagt – in Sankt Petersburg, in der Majakowski Straße, genauer gesagt – in der Nadeshdinskaja Straße, erwacht plotzlich ein Künstler, genauer gesagt – ein Poet zum Leben, und mit ihm sein wundersamer Freund Sakerdon, das nette Fräulein mit den leuchtend braunen Augen, die lischpelnde Maria Wassiljevna, der Lokomotivführer und sogar der Wurstverkäufer. Das Ganze passiert aber nachdem dem Poeten komische Ideen kommen, zuerst die Eine, dann die Andere. Die schreckliche Alte dagegen, bei der der Künstler, genauer gesagt – der Poet, leichtsinnig gefragt hatte: Wie spät ist es?, stirbt. Frech und rücksichtslos, mitten in seinem Zimmer. Ja, die Alte stirbt. Aber nicht ganz. Gott sei Dank schafft sie es, bevor sie stirbt, dem Künstler, nein, dem Poeten eine Wanduhr zu zeigen und beantwortet damit seine Frage nach der Zeit. Allerdings fehlen dieser Uhr… Doch das ist schon nicht mehr wichtig. Wichtig ist es, die Leiche der Alten schnell los zu werden, bevor die Nachbarn davon Wind bekommen und den Hauswart rufen. Denn wenn erst der Hauswart das mitkriegt, dann ist auch das Gefängnis nicht mehr weit. Vielleicht ist es das Beste, sie im Moor zu versenken. Oder lieber nicht?

Der Künstler, Angesicht zu Angesicht mit einer unergründlichen Macht. Nicht seine Zeit. Nicht sein Raum. Aber das Bedürfnis, sich fort zu bewegen, ist zu groß. Ebenso wie die Notwendigkeit, etwas zu schaffen, das bleibt. Sei es auch bloß eine Erzählung über einen Wundertater, der keine Wunder tut. Ja, diese Macht ist so alt wie die Welt, wie jene Alte mit der Uhr. Und ihr Name ist: Anicula.

Regie: Radik Golovkov

Produziert von Olga Komarova und Fedor Nevelski

Di. 12. Juni 2018, 11:00 Uhr – 12:30 Uhr
Admiralspalast, F101

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